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  Gründer der Pfarrei St. Albert, der 1. Pastor Heinrich Massing, geboren am 2.9.1901, Priesterweihe am 8.8.1928, gestorben am 4. Mai 1971. 

 

Auf Initiative der beiden Räte der Pfarrei St. Albert, dem Pfarrgemeinderat und dem Verwaltungsrat gedenken wir in der Messe am Samstag, 8. Mai 2021 dem Gründer der Pfarrei, Herrn Pastor Heinrich Massing, dessen Grab in der Kirche St. Albert ist, neben der Nische mit den Reliquien des heiligen Albert, und dessen 50. Todestag, der 4. Mai 2021 ist. Er hat die Pfarrei St. Albert stark geprägt, er kann als Vordenker des 2. Vatikanischen Konzils gelten.

 

Um die immer größer werdende Zahl von Gläubigen auf dem Rodenhof besser betreuen zu können, ernannte Bischof Franz Rudolf Bornewasser den Seelsorgbezirk Sittersweg/Rodenhof am 11.4.1938 zur Vikarie, der Grundstein der Pfarrgemeinde St. Albert. Der beschwerliche Weg für ältere Menschen und Kinder zum Kirchenbesuch in St. Josef und die steigende Zahl der Gläubigen auf dem Rodenhof waren Auslöser zum Bau einer eigenen Kirche. Generalvikar Dr. von Meuren übertrug im Beisein von Pastor Bungarten von St. Josef Herrn Kaplan Heinrich Massing am Palmsonntag 1936 die Seelsorge um die Gläubigen des Stadtteils Rodenhof, eine Aufgabe, die er bis zum Ende seines Lebens versah. Am 14. November verkündeten die Saarbrücker Landeszeitungen: „Ein Gotteshaus für den Rodenhof“. Die erste Kirche auf dem Rodenhof entstand in der Bauzeit vom 4.5.38 bis 7. 5.39. Am 11. August 1944 wurde diese 1. Kirche durch mehrere Bomben zerstört. Unterstützt durch die kirchlichen Behörden in Trier hatte Pastor Massing mit dem Kölner Architekten Professor Dominikus Böhm Kontakt aufgenommen. Chorraum, Sakristei und Pfarrhaus sollten verbunden werden, Turm und Taufkapelle in einer direkten Verbindung stehen. Die Ausführung sollte in Spannbeton erfolgen. Prozessionsstraße, Seitenkapellen, Paradies, Taufbrunnen, Altar und Hochaltar basieren direkt auf Vorschlägen von Herrn Pastor Heinrich Massing. Die Grundsteinlegung des neuen Kirchenbauwerkes St. Albert mit Sitzplätzen der Gläubigen rund um den Altar erfolgte am 15.11.1948, lange bevor am 1. Fastensonntag 1965 die vom 2. Vatikanischen Konzil beschlossene Liturgiereform in die Praxis umgesetzt wurde. Er sah das gläubige Gottesvolk als die eigentliche Kirche an, die Laien durften nicht abseits stehen. In der Praxis bedeutete dies die Verwirklichung vieler Ansätze, die vom Zweiten Vatikanischen Konzil erst Jahre später beschlossen wurden. Mit seinem bekannten Humor habe Herr Pastor Heinrich Massing seinem Kaplan gegenüber geäußert: „Herr Kaplan, wir brauchen keinen Stuhl umzustellen.“ Für Herrn Pastor Heinrich Massing war es die späte Rechtfertigung all dessen, was er in Sachen Liturgie in St. Albert umgesetzt hatte. Zusammen mit Laien aus der Gemeinde berichtet Pastor Massing auf internationalen Kongressen von seinen Erfahrungen, selbst Persönlichkeiten wie Prof. Rahner zeigten sich beeindruckt und standen im Briefwechsel mit ihm.

In den letzten Jahren seines Lebens beschäftigte sich Pastor Heinrich Massing intensiv mit der Ökumene. Mit dem ev.Pfarrer Dittscheid knüpfte er den Faden des Miteinanders. Über einen Zeitraum von 33 Jahren blieb er an einem Ort, der Pfarrei St. Albert, er fühlte sich mit seiner Pfarrei verwachsen. Seine Werke und Ideen überdauerten dann auch sein Schaffen.

Auch in den Jahren, als für den Kirchenbau bzw. Schuldendienst noch gesammelt werden musste, hat er darüber die Anliegen der Mission, Diaspora u. a. nicht vergessen. Von Herrn Pack wurde diese Afrikahilfe auf diesem guten Fundament fortgeführt.

Das Andenken an seine beeindruckende Persönlichkeit werden wir wahren.

 

(Zusammenfassung v. Manuela Schmidt-Albert aus der Festschrift zum 50jährigen Bestehen der Pfarrgemeinde St. Albert 1938-1988, Texte von Mirko Herrmann).