Pfarreiengemeinschaft Saarbrücken Malstatt - Newsletter vom 24. Mai 2020 Saarbrücken

Newsletter vom 24. Mai 2020

Ich freue mich, dass ich nochmal die Möglichkeit bekomme Sie auf diese Weise begrüßen zu dürfen. Es sind schon zwei Monate her, seitdem wir Ihnen in dieser Krisenzeit nahe sein und Sie über die Neuigkeiten informieren möchten. Dies soll nun der letzte Newsletter sein, denn ab Juni werden wir uns durch Pfarrbriefe wieder melden.  Es scheint, dass die „Normalität“ wieder einkehren wird. Man soll jedoch die Schutzmaßnahmen in der Öffentlichkeit beachten.
Es sind schon zwei Monate vergangen, seitdem wir mit diesem Virus kämpfen. Die Zeit war für uns alle sehr anstrengend und neu, denn keiner von uns wurde vor so eine immense Herausforderung gestellt. Selbst die Ältesten kannten sie nicht.
Wir wollten alles wissen über unseren „Feind“: woher er stammt, wie er aussieht, wie er sich verbreitet, wie können wir ihn von uns fernhalten, wie können wir unsere Lieben besser schützen. Wir hatten Angst und diese besteht weiterhin, obwohl die Statistik zeigt, dass die Zahl der Infizierten gesunken ist. Solange der Virus noch existiert, können wir alle Patienten werden.
Jeder von uns kennt das Angstgefühl. In meinen Gesprächen konnte ich erfahren, dass sich der Umgang mit diesem Gefühl von Person zu Person unterscheidet. Menschen hatten Angst um das eigene Leben, viele eher um die Angehörigen. Außerdem haben wir im Alltag neben der Angst vor der Zukunft tausend andere kleine Ängste.
Was ist aber Angst? Wie gehen wir mit der Angst um?
Das Wort „Angst“ ist entstanden aus dem Wort „eng“.  Ängste entstehen aus Bedrängung und Gefährdung, wir müssen uns eingestehen, dass wir nie angstfrei leben werden. Wir müssen erkennen, dass Angst zum Menschen gehört. Es gibt eine Angst, die lähmt, und eine, die Kräfte mobilisiert.
Der biblische Satz „In der Welt seid ihr in der Bedrängnis“ (Joh 16, 33) ist eine realistische Beschreibung der Wirklichkeit, wie wir sie heute erleben. Aber zu diesem Satz kommt ein anderen „aber habt Mut: Ich habe die Welt besiegt“ und dazu kommt 365 Mal der häufigste Satz in der Bibel „Fürchte dich nicht“ und „Fürchtet euch nicht“ die Wiederholung der Ermutigung. In vielen Situationen, in denen wir uns geängstigt fühlen, ist es die Erfahrung, dass jemand bei uns ist.
 „Fürchtet euch nicht“ taucht von der Abrahamerzählung an immer wieder auf und begleitet auch die Evangelien von der Ankündigung der Geburt des Täufers bis zu den Frauen, die am Ostermorgen das leere Grab vorfinden. Es gibt Gründe, sich zu fürchten, aber sie müssen nicht das letzte Wort behalten, sondern sie sind durch Jesus Christus überwunden– aber immer noch spürbar und wirksam.
Angst kann auch als heilsamer Warner vor Gefahren auftauchen und uns zur Wachsamkeit, Vorsicht und Vorsorge veranlassen. In diesem Sinne gibt es auch in der Bibel gelegentlich die Aufforderung, man solle sich vor etwas hüten und damit der Stimme der Angst Gehör geben: „Gebt Acht, hütet euch vor jede Art der Habgier …“ (Lk 12,15). In dieser Zeit der Pandemie dürfen wir unserer Angst nicht misstrauen, denn sie kann uns und die anderen retten. 
Nach den Osterereignissen waren die Jünger Jesu in Resignation und in Angst verfallen. Doch hat Jesus ihnen, bevor er zu seinem Vater in den Himmel zurückkehrte, Ermutigung und Hoffnung geschenkt: „Ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt“ (Mt 28,20). In ihrer Trauer über den Abschied versprach er, ihnen den Heiligen Geist als Beistand zu senden. Auch wir dürfen heute um den Heiligen Geist beten und auf ihn hoffen, der Angst in Mut verwandeln kann.
Ich wünsche Ihnen, dass Sie weiterhin vorschichtig aber auch mutig bleiben!
Cristina Patrasc


Gebet:
O Herr, nachdem du aufgefahren bist
zum Himmel, von wo du einst herniedergestiegen,
lass uns nicht als Waisen zurück, vielmehr
komme dein Geist und bringe
Hoffnung der Welt.
Amen.


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