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Newsletter vom 3. Mai 2020

Liebe Leserinnen und Leser,
viele von uns hatten in den letzten Wochen sicher andere Sorgen als über die Auferstehung Jesu nachzudenken. Der Tod ist uns in diesen Tagen näher als die Auferstehung. Der Tod begegnet uns in den täglichen Fallzahlen, und bei einigen unserer Familien klopfte er auch persönlich an, und dadurch auch bei uns im Seelsorgeteam.
Der Tod durch Corona lässt der Botschaft von der Auferstehung nicht viel Raum. Auch nicht in den Kirchen, wo nach Ostern erstmal von nichts anderem die Rede wäre. Deshalb spüre ich dieses Jahr deutlicher als sonst ein Grundproblem mit dem Glauben: Er ist nicht anschaulich. Er ist nicht messbar. Er schützt mich nicht vor Ansteckung und er steckt mir kein Geld in die Tasche.
Dieses Jahr müssen die Christen noch mehr als sonst begründen, was die Auferstehung Jesu eigentlich soll. Selbst Menschen, die daran glauben, kennen die Frage: Schön, dass Jesus auferstand, aber was bringt das mir? Schön, dass Jesus den Tod und die Angst hinter sich hat, aber ich habe all das live und in Farbe vor mir.
Eine Antwort könnte lauten: Die Auferstehung Jesu zeigt das Leben eines neuen Typs. Wo die Angst vor dem Tod, Schmerzen, Sorgen und der Tod selbst keine Bedeutung mehr haben.
Das Neue Testament berichtetet, dass Jesus nach seiner Auferstehung von seinen Freunden zuerst nicht erkannt wird – von Leuten, Wie eng mit ihm befreundet waren. Warum? Ich stelle es mir so vor, dass Jesus dermaßen gelöst und ungestresst war, dass seine Gesichtszüge sich total entspannt hatten. Zwar waren die Spuren seines Leidens weiter an ihm sichtbar, aber sie taten ihm nicht mehr weh.
Die ersten Christen deuteten das so, dass nun auch sie diese Möglichkeit haben: eiIn Leben zu erreichen, in dem Angst, Schmerz und Tod nicht mehr vor ihnen, sondern hinter ihnen liegen. Das auch zu bekommen wurde jetzt ihr neues Ziel, und wirkte sich in ihrem Alltag aus. Sie machten jetzt Dinge anders. Und zwar so anders, dass das unglaublich anziehend wirkte auf viele.
Wie das konkret ausgesehen hat, schildert die Apostelgeschichte: „Die Gläubigen lebten wie in einer großen Familie. Was sie besaßen, gehörte ihnen gemeinsam. Wenn es an irgendetwas fehlte, war jeder gerne bereit, ein Grundstück oder anderen Besitz zu verkaufen und mit dem Geld den Notleidenden in der Gemeinde zu helfen. Sie lobten Gott und waren im ganzen Volk geachtet und anerkannt. Die Gemeinde wuchs mit jedem Tag, weil der Herr viele Menschen rettete.“
Das Grundproblem mit dem Glauben bleibt: Er ist nicht anschaulich. Er ist nicht messbar.

Er schützt mich nicht vor Ansteckung und er steckt mir kein Geld in die Tasche. Aber er verändert mich von innen, und bringt mich in Verbindung mit Menschen, die ähnliches erleben. Und was dann passiert, ist sehr wohl anschaulich. Es ist messbar. Es heilt Kranke, und wirkt sogar mit Geld gegen Not.            

Pfr. Matthias Schmitz, Kooperator